Rassismus auf Sylt und die deutsche Heuchelei.

Videoaufnahmen von Rich Kids auf Sylt mit rassistischen Gesängen und Hitlergruß machen derzeit die Runde. Schlimm genug. Die öffentliche Debatte, die jetzt dazu geführt wird, ist aber nichts weiter als Heuchelei. Nach der jahrzehntelangen Hetze gegen Migrant:innen, die in den letzten Monaten von den sogenannten demokratischen Parteien im Rahmen des Gazakrieges noch übertroffen wurde, gibt man sich jetzt entsetzt.

Die Heuchler aus den Reihen von SPD, Grünen und Co. versuchen, die Empörung über die rassistischen Gesänge auf Sylt für den eigenen Wahlkampf zu nutzen. Sie inszenieren sich gerne als Bollwerk gegen Rechts, wie sie es auch schon bei den Anti-AfD-Protesten getan haben.

Aber Rassismus beginnt nicht erst bei der AfD, bei grölenden Bonzenkids oder Neonazis. Er ist fester Bestandteil dieser Gesellschaft und dieses Staates. Wir haben nicht vergessen, wer vor kurzem noch „Abschiebungen im großen Stil“ gefordert hat. Wir haben nicht vergessen, wer seit Jahren die Aufklärung von Morden in Hanau verhindert. Es sind die selbsternannten Demokraten.

“Demokraten”, die munter Waffen an einen Staat liefern, der gerade einen Völkermord begeht. “Demokraten”, die das ganze Jahr Asylsuchende in Armut und Krieg abschieben, die und den sie selbst mit befeuern. “Demokraten“, die jede Gelegenheit nutzen, rassistische Stereotype zu verbreiten, wenn sie ihnen gerade die heiß ersehnten Wählerstimmen bringen.

Der “Antirassismus”, der jetzt aus den Reihen dieser Parteien kommt, ist nichts wert. Er schützt niemanden und wird in wenigen Tagen oder spätestens nach der Europawahl wieder durch die gewöhnliche Hetze ausgewechselt werden.

Die selektive Empörung in Politik, Medien und Gesellschaft, die wir immer dann erleben, wenn Rassismus medienwirksam um sich greift, krankt vor allem daran, dass sie nicht versteht, woher dieser kommt und was für einen Zweck er hat.

Rassismus spaltet. Er legitimiert Ausbeutung und Krieg. Und das ständig. Nicht nur, wenn gerade Kameras darauf gerichtet sind. Und weil die Herrschenden genau davon profitieren, haben sie ein Interesse daran, dass er bestehen bleibt.